Alles Lutz, oder was?

Wir freuen uns sehr, dass sich unser Verein endlich zu seinem Markenkern, launische Diva, bekennt.

Wir sind Fortuna Düsseldorf, wir können ja bekanntlich alles (böse Zungen setzen den Zusatz „außer Fußball!“ hinter diesen Ausspruch). Kurz vor Weiberfastnacht kann es ja nicht sein, dass Klinsi durch seinen Rücktritt per Facebook der Tante Hertha den Titel als größter Karnevalsverein sichert.  Dementsprechend schicken wir jetzt also den Lutz ins Rennen, der keine Lust mehr hat, sich vom Social Media Mob anfeinden zu lassen. Oder aus privaten Gründen aufhören möchte. Oder wieder ins Ausland möchte.

Damit ist die Personalrochade komplett. In weniger als einem Jahr wurde das gesamte Führungspersonal vom Trainer über den Vorstand bis hin zum Aufsichtsratsvorsitzenden ausgetauscht. Zieht man das in Betracht, ist es nahezu ein Wunder, dass die Mannschaft immer noch die Chance hat, das Saisonziel – den Klassenerhalt – zu erreichen. Moment mal – die Mannschaft? Der Kader, den der Lutz höchstpersönlich zusammengestellt hat? Der Kader, der für alles zu schlecht ist und für den sich der Lutz häufig anfeinden lassen musste? Meist übrigens von den gleichen Leuten, die zu Saisonbeginn Verpflichtungen wie Lewis Baker oder Kasim Adams wie die Verkündigung des Messias gefeiert haben.

Was hat der Lutz wirklich verbrochen?

  • Thomas Pledl – war mal ein hoffnungsvolles Talent mit auslaufendem Vertrag und ist immer noch jung genug, um einen Entwicklungsschritt zu machen
  • Dawid Kownacki – guter Charakter, tolles Talent und schlägt nach Leihe in einer fantastischen Rückrunde 2019 ein wie eine Bombe. Die unfassbaren Ablöseforderungen wurden in ein Ratenzahlungskonstrukt umgewandelt, mit dem alle sehr zufrieden waren.
  • Nana Ampomah – ist bei Fortuna seit mehreren Jahren unter Beobachtung, hier waren sich alle Beteiligten sehr sicher
  • Zack Steffen –  was ein toller Torhüter, leider mit einer Patellasehne als Schwachstelle
  • Florian Kastenmeier – vertritt eben jenen Zack mindestens solide, ist jung und hat Potential
  • Erik Thommy – hat voll überzeugt
  • Kelvin Ofori – für Fortuna-Verhältnisse ein Riesen-Talent
  • Lewis Baker – der Fehlgriff kann passieren
  • Markus Suttner – hat sich seinen Stammplatz erarbeitet
  • Kasim Adams – ist leider nicht in der Lage, sein Können im Spiel zu zeigen
  • Bernard Tekpetey – ist noch im Talentstatus
  • Steven Skrzybski – wollte Friedhelm unbedingt haben
  • Zanka – zeigt gute Ansätze im Stellungsspiel und Spielaufbau
  • Valon Berisha – kann eine echte Bereicherung werden

Für diese ganzen Spieler haben wir schätzungsweise 7 Mio. für Ablösen und Leihgebühren ausgegeben, zzgl. der ausstehenden Ratenzahlungen für Kownacki. In Anbetracht unserer Möglichkeiten liest sich die Bilanz mehr als ordentlich. Spielerverpflichtungen sind außerdem immer eine Teamarbeit von Scouting, Sportlich Verantwortlichen und Trainerteam – so viel falsch gemacht haben die handelnden Personen, also auch der Lutz, nicht.  

Bleibt die Entlassung vom Friedhelm, die ich nicht befürwortet habe, die aber offensichtlich an der Zeit war, wie der Auftritt der Mannschaft in den folgenden Spielen zeigt. Am Ende hat der Trainerfuchs die Situation leider unterschätzt. Die in der Hinrunde erzielten 15 Punkte sind anhand der gezeigten Leistungen eine gute Ausbeute! Aber für die gezeigten Leistungen ist eben auch der Coach verantwortlich. Diese Entlassung wird vollständig dem Lutz zugeschrieben – aber spätestens jetzt ist klar, dass er hier nur ausführendes Organ war. Denn wenn jemand eine solche Entscheidung trifft und durchboxt, ist er sich der Konsequenzen bewusst und wirft nicht drei Wochen später alles hin.

Was passiert jetzt?

Logische Konsequenz ist, dass Uwe Klein übernimmt. Jahrelang erfolgreich im Scouting tätig kennt er den Verein in- und auswendig. Wir wünschen Dir Glück, Uwe! Denn das brauchen wir mehr als alles andere, ob des immer wiederkehrenden Chaos´ im Karnevalsverein unserer Wahl – helau!