Ayhan ins Mittelfeld!

Der 19. September 2016. Der aktuell beste Spieler der Fortuna gibt gegen den VfL Bochum sein Debüt. Gegen einen mäßigen VfL Bochum brilliert Kaan Ayhan neben Marcel Sobottka im Mittelfeld und führt die Fortuna zu einem ungefährdeten Sieg. Er „avancierte sofort zum Chef im Mittelfeld“ schrieb damals die WZ. „Ich kann auf mehreren Positionen spielen, aber in der Zentrale fühle ich mich am wohlsten“, wird der gebürtige Gelsenkirchener zitiert und man muss sich ernsthaft fragen, was seitdem bei der Fortuna passiert ist.

Sicher ist, dass sich unsere launische Diva nach Ayhans Verpflichtung erst einmal auf einer Talfahrt durch die Niederungen der zweiten Liga befand. Ayhan stach in einer trostlosen Truppe noch heraus, aber und das soll nicht verurteilend klingen, wurde er für Offensivfans zu einem Opfer des kompakten Funkel. Alternativen fehlten damals und durch Ayhans Übersicht, seine Zweikampfstärke und natürlich seine Bissigkeit war er in der Abwehr für Funkel am wichtigsten. Im trägen Spielsystem des 66-Jährigen nachvollziehbar und von Fans selten angezweifelt.

Doch nun befinden wir uns im Jahr 2020 und Fortuna steht ziemlich aussichtslos auf einem 17. Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Kaan ist unfassbarerweise immer noch da und ist nach den Weggängen von Lukebakio und Raman, der langen Verletzung von Stöger der einzige Hinterbliebene gute Fußballer. Marcel Sobottka hat immer wieder ähnliche Ansätze gezeigt, kriegt aber bedauerlicherweise unter Funkel keine Chance mehr. Stattdessen setzt Funkel auf den alteingesessen Bodzek (der defensiv gestern gegen Bremen sein bestes Bundesligaspiel machte) und den Licht- und Schattenmann: Alfredo Morales. Und was sah man gestern gegen Bremen? Es fehlte an allem. Morales versteckte sich durchweg, Bodzek versuchte als eine Art Libero den Spielaufbau über die Außen und scheiterte in der ersten Hälfte durchweg. Als dann endlich Stöger eingewechselte wurde, blitzte sofort auf, was Fortuna fehlt: Spielerische Mittel. Stöger wirkte noch arg eingerostet, aber ein, zwei Pässe in die Tiefe demonstrierten sofort seine Fähigkeiten.

Diese besitzt neben ihm einzig Kaan Ayhan. Immer wieder blitzten diese in dieser Saison schon mal auf und Funkel muss so etwas sehen. Auf Schalke wurde es am offensichtlichsten. Er ist hinten drin verschenkt und könnte im Spielaufbau, wie damals gegen Bochum mit Marcel Sobottka spielerische und fehlende Qualität zurückbringen. Abräumer haben wir hinten genug. Der defensivstarke, aber ohne Spielwitz agierende Hoffmann oder eben auch Robin Bormuth. Oder auch Adams. Alles nebensächlich, wenn Funkel endlich mal das Spiel in den Mittelpunkt stellt. Und das kann aktuell nur durch die 6er-Achse Ayhan und Sobottka und natürlich Kevin Stöger als Spielmacher passieren. Packen Sie es an, Coach!