Ohne Plan in die Puppenkiste

Spieler und Journalisten haben zumindest eines gemeinsam: Sie sind auch nur Menschen. Und als solche suchen sie Antworten auf Fragen. Beim Mediengespräch vor dem Spiel in Augsburg wollte ein Sky-Reporter von Friedhelm Funkel wissen, was denn jetzt sein Rezept sei. Was jetzt anders werden müsse.

Die Antwort des Fortuna-Trainers dürfte die Journalisten mehr befriedigt haben, als die Spieler, die sich auch eine Lösung ihrer sportlichen Führung erwarten dürften.

„Wir müssen wir wieder beständiger werden […] Wir müssen die Torchancen besser nutzen. Und natürlich gehört auch immer ein Quäntchen Glück dazu.“

Friedhelm Funkel

Wow. So viel Matchplan war selten. Leider hakte kein Journalist nach. Dass Fortuna in den vergangenen Spielen nämlich quasi kaum eine Torchance hatte. Und dass dies auch nicht wirklich überraschen kann. Schließlich gibt es ja auch nach 15 Spielen immer noch kein Spielsystem, keine Spielidee und keinen Spielaufbau. Das einzige, was einigermaßen funktioniert, ist tatsächlich die Chancenverwertung.

Funkel lässt Spielidee vermissen und wirkt zunehmend ratlos

Denn bislang fielen die Tore tatsächlich so, dass man den Ball irgendwie in die gegnerische Hälfte trug und mit einer Ecke, krummen Flanke oder unplanbaren Einzelaktion den Ball zu Rouwen Hennings bugsierte, der dann das Tor macht. Ein klarer Plan, den Funkel in der vergangenen Saison – wenn auch erst nach elf Spielen – entwickelte, fehlt nach wie vor.

Das Ziel, hinten dicht zu stehen und über Umschaltspiel nach vorne zu kommen, mag Bestand haben. Nach vorne fehlt diese Saison jedoch neben den Spielern der klare Plan.

Funkel probiert immer noch diverse Spieler und Systeme aus. Mal spielt er ein 4-3-3, mal ein 5-2-3, mal ein 3-5-2. Im Mittelfeld vernachlässigte er lange Zeit den spielstärksten Defensivmann, Marcel Sobottka, obwohl der im Pokal gegen Aue gezeigt hat, dass er den Unterschied machen kann. Gegen Leipzig ließ er Sobottka neben Adam Bodzek spielen, wobei die beiden zu zweit – statt wie sonst zu dritt – im zentralen Mittelfeld keinen Zugriff bekamen.

Überhaupt bleibt schleierhaft, warum immer wieder Bodzek spielt. Und immer wieder Gießelmann, dessen linke Abwehrseite nahezu jeder Gegner inzwischen als Schwachstelle ausgemacht hat.
In Augsburg ist Bodzek gesperrt. Schön wäre es, wenn Funkel neben Sobottka zwei weitere Mittelfeldspieler aufbietet und darunter auch einen offensiveren. Fink zum Beispiel. Oder doch Baker und Barkok. Die konnten sich bislang zwar nicht auszeichnen, dennoch braucht die Fortuna in Augsburg mehr als reinen Kampf.

Sowieso: Wer nur kämpft, steigt ab. Das haben die letzten Jahre gezeigt. Es wird also höchste Zeit für einen spielerisch herausgearbeiteten Kantersieg. Nix dagegen.