Eine neue Hoffnung!

Spieltag 8 der zweiten Saison nach dem Aufstieg, bekanntermaßen die schwerste Saison für einen Vorjahresaufsteiger. Nach dem überraschenden Auftaktsieg in Bremen ist Ernüchterung im Umfeld von Fortuna Düsseldorf eingetreten. Waren es in den letzten Jahren große Qualitäten, Führungen zu verteidigen und späte Tore zu erzielen, so zeigte sich in den sechs Spielen danach eher das Gegenteil. Sage und schreibe fünf 1:0-Führungen wurden nur in einen einzigen Punkt umgewandelt, auch weil es immer wieder späte Gegentore gab. Prompt wurde durch die örtliche Sportpresse eine Krise herbeigeredet. 

Das Spiel in Berlin war ein neuer Tiefpunkt

Vor allem kämpferisch und läuferisch zeigte sich die Mannschaft in diesem Spiel nicht von ihrer besten Seite. Die Hoffnung auf einen doch noch ordentlichen Saisonstart, mit dem man nicht von Anfang an unten drinhängt, war dahin. Was sich aber in den ersten sechs Spielen und teilweise auch im Hertha-Match zeigte, ist die erstaunliche, taktische Flexibilität, die die Mannschaft an den Tag legt. Und das, obwohl an der Seitenlinie kein ausgemachter Magier wild fuchtelnd irgendwelche System- und Taktikvorgaben reinbrüllt. 

Es wirkt, als setze das Team die Vorgaben eigenständig um

Ob es Phasen von Offensiv- und Gegenpressing oder Zurückziehen sind, auch Systemwechsel, teils im Minutentakt, scheint die Mannschaft ohne Regieanweisung allein auf dem Feld umzusetzen. Natürlich gab es System- und Taktikwechsel auch in den Vorjahren, aber meist recht deutlich durch Einwechslungen gekennzeichnet. 

Vielleicht ist diese neue Flexibilität genau das richtige Mittel, um aktuell ohne herausragende Einzelspieler in der Bundesliga bestehen zu können.

Der Auftritt gegen Mainz bietet Grund zur Hoffnung

Neben dem kämpferischen und läuferischen Aspekt, der einfach stimmen muss, sind es die Systemwechsel, die den Unterschied ausgemacht haben. Gestartet sind wir mit einem 3-5-2, Mainz hat direkt die Kontrolle übernommen und wir haben uns in der Anfangsphase auf 5-4-1 zurück gezogen, um defensiv zunächst stabil zu stehen. Ab Mitte der ersten Hälfte, als die Sicherheit im Spiel zunahm, haben wir auf 3-4-3 umgestellt. Damit sind wir am Besten klar gekommen und konnten uns erstmals Chancen erarbeiten. Aber auch hier wurde immer wieder optimiert. Bernard Tekpetey, über dessen Seite Mainz nur harmlos agierte, schob weiter nach vorne, während Kenan Karaman defensiver gebunden war. 

In der zweiten Hälfte hatten wir fast nur den Ball, Adams und Ayhan haben die Dreierkette extrem breitgemacht, indem sie sich fast auf den jeweiligen Außenlinien platzierten, André Hoffmann hat als Quasi-Quarterback dazwischen den Spielaufbau gesteuert. Bei Ballverlusten haben Karaman, Hennings, Tekpetey die Mainzer Verteidiger und den Torwart angerannt. Direkt dahinter, meist schon vor der Mittellinie, haben Matthias Zimmermann und Adam Bodzek das Mittelfeld dichtgemacht. Da unsere Abwehrkette hoch stand und lange Bälle Beute von Hoffmann und Adams waren, hatte Mainz keine Anspielstationen. Wir haben das ganze Spiel über nur eine Halbchance zugelassen. Defensiv sah das alles gut aus. Offensiv wirkte es leider sehr dürftig.

Ein weiterer Grund zur Hoffnung

Und die kommt mit dem Wechsel kurz vor Schluss: 31 für 13, Marcel Sobottka wird eingewechselt. Er ist einer der Spieler, denen wir den großen Durchbruch zutrauen, der das Spiel unserer Fortuna in besonderer Weise lenken kann, extrem stark in der Balleroberung in Situationen, die dem Gegner wehtun. Hoffen wir, dass er jetzt fit bleibt, damit Fortuna neben der defensiven Stabilität in den wichtigen, nächsten Spielen auch Offensiv wieder mehr Akzente setzt.