Hexerei in der Hölle

Von CG
"Willkommen in der Hölle!“ lautet ein bekannter Spruch der Lauterer Fans. Gestern jedoch war es irgendwie verhext in der Hölle.
Da war zum einen die Sparte der Gästefans, die den Roten Teufeln offensichtlich mit Maskottchen und Hexerei begegnen wollte, zum anderen hatte Hexer Rensing wieder einen guten Tag erwischt und hexte den Ball ein ums andere Mal aus dem Strafraum. 
Die größte Überraschung war jedoch, wie souverän die neue Innenverteidigung, gebildet aus Batman und Robin, ihren Streifen herunterspielte, Bälle ablief, wegköpfte, Angriffe durch frühzeitiges Stören unterband. Einzig das Aufbauspiel ist sicherlich verbesserungsbedürftig, aber man kann schlechter in eine Profikarriere als Innenverteidiger starten als ohne Gegentor auf dem Betzenberg zu bleiben. 
Verhext war irgendwie auch, dass Fortuna trotz gut herausgespielter Möglichkeiten den Ball nicht im Tor unterbrachte - was für die Lauterer Spieler aber genauso galt.

Kein Hexenkessel

Die wahre Hexerei des Abends war aber mit den Anhängern des FCK geschehen. Beginnend damit, das nach Abzug der Auswärtsfans nicht mal 19.000 von ihnen den Weg auf den Betze fanden. Gut, Montagsspiele sind keine Fan-Magneten und nicht familienfreundlich, aber Kaiserslautern gegen Fortuna gehört schon eher zur gehobenen Kost des Zweitliga-Fußballs. 
Doch während bei Fortunas Heimspielen durchaus zu beobachten ist, dass bei Spielen mit weniger Besuchern häufig bessere Stimmung herrscht, schafften es die Lauterer Fans bei weitem nicht, den berühmt, berüchtigten Hexenkessel zu entfachen.
Und so war es fast ein wenig schade zu beobachten, dass sich die Fans in Kaiserslautern langsam, aber sicher von der Mannschaft abwenden. Nach bestimmt nicht einfachen, vergangenen Jahren und einem schlechten Saisonstart ist das vielleicht verständlich und mit unserer Situation großteils vergleichbar.
Die konstruktive Kritik der Fortuna-Fans an der Stimmungslage auf dem Betze ließ nach Spielende auch nicht lange auf sich warten: „Ihr seid leiser als Fortuna Köln!“ Hoffen wir, dass sich das bald wieder ändert - außer die richtige Fortuna ist zu Gast.