Ein Blick zurück - Glücklich im Hier und Jetzt

Von MT

Aktuell lehnt man sich zurück. Man genießt den Moment, denn wer weiß, was unsere launische Diva diese Saison noch im Angebot hat. Doch warum Schwarzmalen? Strich drunter, wir haben vier Punkte aus zwei Spielen und sind im DFB Pokal eine Runde weiter. Hätte uns jemand diese Konstellation vor drei Wochen andrehen wollen, wir hätten alle begeistert und mit einem breiten Grinsen zugeschlagen. 

 

Vor einem Jahr

Wenn man - so wie ich - jemand ist, der gerne analysiert und alles hinterfragt, vergleicht man so einen schönen Fortuna Augenblick mit den weniger guten Tagen. Derartige hatten wir in der vergangenen Saison zu hauf. Ganz besonders zum Start. Nach einem Unentschieden in Berlin, drei Niederlagen in Folge (Paderborn, Heidenheim und Freiburg) und einem dazwischen eingebauten packenden, aber spielerisch mauen Pokalsieg gegen Essen, waren wir zum Anfang schon am Ende. Die Momentaufnahme sollte damals nicht täuschen – es ging weiter in die falsche Richtung. 

Aber was war anders?

Ein kurzer Blick zurück: Eigentlich hatten wir 2015 eine Menge Parallelen. Alles auf Anfang. Alles nochmal von vorn. Ein neuer Manager, ein neues Trainer-Team und der große Wunsch, endlich geduldig und in Ruhe einen Neuanfang zu starten. Aber das ging ALLES nach hinten los. 

Die Neuankömmlinge griffen nicht. Strohdiek und Haggui waren unsicher, etablierte Kräfte wie Bodzek oder Fink bekamen keine Chance mehr und vorne war Fortuna viel zu harmlos. Lediglich Sararer machte Mut. Ya Konan wirkte trotz seines Treffers in Berlin auch eher eingerostet, als taufrisch. Sind wir mal ehrlich, wir hatten damals schon kein gutes Gefühl mit dem Ex-Hannoveraner. Und als dann noch Mike van Duinen mehr stolperte als spielte, ahnten wir nix Gutes. Das kurze und unerwartete Aufblitzen des allgemeinen Könnens im Auswärtsspiel gegen Bochum war unerklärlich, blieb aber auch ein einmaliger Lichtblick. 

Nur was passt dieses Mal?

Sicherlich hatten wir in dieser Saison bisher etwas, was uns letzte Saison zum Start fehlte: Glück! Gegen Sandhausen der schmeichelhafte Treffer kurz vor Schluss, die vergebene Riesenchance von Terrode und der nicht gegebene Elfer gegen Stuttgart. Aber so ist Fußball nun mal. Denn wie heißt es oft so dämlich: man muss das Glück halt auch erzwingen. Und das macht die Mannschaft. Sie wirkt anders auf dem Platz. Die Jungs sind gefestigter. Der Mut ist spürbar. Ein Bebou schnappt sich den Ball und schießt den Elfer. Sobottka erzielt zwei Tore gegen die Hansakogge. Ein Schauerte erkämpft sich an der Torauslinie den Ball, passt zu Fink und der flankt auf Bebous Kopf zum alles entscheidenden 3:0. Und immer wieder Rensing, der in den letzten zwei Jahren mehr für Fortuna getan hat als alle anderen zusammen.

 

Nun geht’s auf den Betzenberg. Die roten Teufel stehen bereits mit dem Rücken zur Wand und eigentlich haargenau da, wo wir vor einem Jahr standen. Absolut plan- und ratlos nach drei verlorenen Spielen. Genau das muss Fortuna unbedingt nutzen. Jetzt müssen sie weitermarschieren und sich genau das erarbeiten, was am Ende der vergangenen Saison fehlte: Punkte. Wir brauchen ein sicheres Polster. Vielleicht kann man dann in zwei, drei Monaten auch wieder von einem einstelligen Tabellenplatz träumen.