Wir sind wieder da!

Von CG

Diesen Klassiker riefen die Fans auf der Südtribüne nach Spielende, als die Mannschaft begann, sich zu den Feierlichkeiten zu formieren. Und irgendwie passt er zu diesem Fußballabend.

Freitag, 20.30 Uhr, Fortuna Düsseldorf gegen VfB Stuttgart, das klingt schon ein wenig nach Bundesliga. Solch einem Spiel fiebert man entgegen! Schon das Spieltagsplakat macht Lust auf mehr: "Endlich wieder Funkeln in den Augen!" Endlich wieder Fußball, endlich wieder ein Heimspiel! Komisch, irgendwie muss man als Fortuna-Fan Weltmeister im Verdrängen sein, denn sonst würde es einem die Kombination Fußball, Heimspiel und Fortuna nur kalt den Rücken runter laufen lassen.

Euphorie schon vor dem Anpfiff

So wartet man einigermaßen euphorisiert auf den Anpfiff und wundert sich über die Aufstellung mit Ihlas Bebou als einziger Spitze. Grundsätzlich sieht das Spielsystem der Fortuna nach einer geplanten Abwehrschlacht aus, aber gegen den hocheingeschätzten VfB erweist sich die Formation als das richtige Rezept.

Der erste Knaller kommt bereits vor dem Anpfiff: eine sehr gelungene Choreo zur Einweihung der neuen Ultra-Stammplätze auf der Südtribüne in Kombination mit DJ Opa, der „Alles aus Liebe“ von den Hosen raushaut. Gänsehaut noch vor dem Anpfiff - Geil!

Doch was ist vom Team zu erwarten, nach dem einerseits ernüchternden, andererseits ermutigenden Spiel in Sandhausen?

Zunächst einmal müssen sie sich in die Partie reinbeißen, Stuttgart hat mehr vom Spiel und die erste gute Gelegenheit. Nach einer guten halben Stunde produziert die Fortuna aber zwei hochkarätige Doppelchancen, sodass man fast etwas enttäuscht ist, dass es torlos in die Pause geht.

Die zweite Halbzeit beginnt mit dem bekannten Bild feldüberlegener Schwaben, aber dann narrt der alte Hase Fink den jungen Innenverteidiger Sama, der im darauffolgenden Zweikampf ungeschickt zu Werke geht. Den Ball zum Elfer schnappt sich Ihlas Bebou und setzt ihn platziert und unhaltbar in die Maschen. Die Arena tobt und es ist so laut, dass ich gar nicht mitbekomme, dass Opa die Torjubel-Musik geändert hat.

Das Glück ist zurück

In der Folge lassen wir mal wieder beste Kontergelegenheiten liegen und als Terrodde gut freigespielt den Ball in Richtung des leeren Tores grätscht, läuft vor meinem inneren Auge der Film der letzten Saison ab (Ausgleich, Hektik, Rückstand, Panik, 1:3). Doch auch das ist in diesem Spieljahr entscheidend anders. Mit viel Glück wird die Fortuna für das Auslassen der Gelegenheiten nicht bestraft und nimmt den aufgrund der kämpferischen Leistung und der defensiven Stabilität verdienten Erfolg mit.

Was ein Erlebnis! Nach all den Jahren der Enttäuschungen und vergeblichen Hoffnungen will ich keinen guten Fußball sehen, sondern in erster Linie eine erfolgreiche Fortuna. Den Weg dahin haben wir eingeschlagen. Die Attraktivität kommt dann von ganz allein, denn Erfolg macht sexy!