Liebe Mannschaft: vielen Dank für Nichts!

Von SvD

 

Der 29. April 2016 war im Grunde einer der Tage, für die ich Fußballfan bin. Freitag Nachmittag, das Wochenende steht vor der Tür. Der eigene Verein spielt Auswärts und ich habe eine Karte. Die Mitfahrer trudeln ein, das Bier ist kalt, die Freude groß. Und dazu auch noch Derby! Keine hunderte Kilometer Autobahn, sondern mit der U-Bahn in die Nachbarstadt. Und es geht sogar um etwas: natürlich um die Ehre im Derby, aber auch die Entscheidung im Abstiegskampf.

Saisonverlauf? Abstiegsk(r)ampf? Schmuddelwetter? Alles egal, wenn tausende in Rot-Weiß schon am S-Bahnhof “Fortuna, Fortuna! rufen. Man muss in keinem “Fanclub Nationalmannschaft” sein oder VIP-Tickets für die Champions League haben, um große und emotionale Fußballmomente zu erleben. Im ausverkauften Wedau-Stadion mit einer Kurve in Blau-Weiß und der anderen in Rot-Weiß kommt die Gänsehaut von ganz alleine.

#allegemeinsamfürfortuna

Wir haben nicht nur ein Motto für den Abstiegskampf, es wird auch mit ganzem Herzen gelebt. Fahnen in den Fenstern fast wie zu Sommermärchen-Zeiten, jede Kneipe mit einem Fernseher zum bersten voll - und irgendwo zwischen 4.000 und 7.000 Düsseldorfern, die nach Duisburg fahren. Wie kann man mehr für eine gemeinsame Sache sein, mehr Einsatz für den Verein zeigen?


Doch “alle gemeinsam” scheint bei unseren Fußballern nicht anzukommen. In dem Moment wo alle anderen alles geben, gibt die Mannschaft nichts zurück. Leidenschaft, der Glaube an sich selbst, Willensstärke - das alles zeigte nur der MSV Duisburg. Unser Team hat nach 32 Spieltagen noch immer einen Gesichtsausdruck der zwischen “Ist mir doch egal” und “Hoffentlich ist es bald vorbei” schwankt.

Es wird Zeit für Euch zu gehen

So endet eine Beziehung, die schon lange nicht mehr funktioniert. Inzwischen ist alles gesagt, alles analysiert und jede Phrase niedergeschrieben. Egal wie die Saison ausgeht: Hauptsache es geht endlich vorbei. Ich will sie (fast) alle nicht mehr sehen, die ganz schlechten wie die ab und an etwas besseren. Sie haben die Liebe nicht verdient.


Und so wird am nächsten Sonntag nochmal eine ganze Stadt “#allegemeinsamfürfortuna” beweisen. Wird das Stadion erst wirklich zu Arena machen, wird sich mit allen Möglichkeiten gegen den Abstieg wehren. Doch es ist nicht für die da unten auf dem Rasen, es ist für uns selbst.

 

Denn wir sind Fortuna und wir haben besseres verdient als diese Mannschaft.