Reich werden mit Fortuna?

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:MuenzschieberCoinpusher.jpg

 

Die Phrasen vorne weg: bei Fortuna wird man vor allem reich an Erfahrungen. Man lernt die Unwägbarkeiten des Lebens zu erdulden, vielleicht sogar zu schätzen. Man bekommt jede Woche eins auf die Mütze und rappelt sich dann wieder auf. Arm wird man höchstens durch exzessive Auswärtsfahrten und frustrierten Bierkonsum.

Doch wer sein Glück herausfordern mag, der kann sehen, ob ihm die Glücksgöttin nicht auf anderen Spielfeldern hold ist…

Wer Wette sagt, muss auch Mafia sagen

Sportwetten sind ein zweischneidiges Schwert. Wo immer es um das schnelle Geld geht, sind Manipulation und Betrug nicht weit. Vor allem im Fußball sind Wetten ein gigantisches Geschäft, bei dem die Grauzone fast größer zu sein scheint, als der sichtbare “helle” Bereich. Dabei wirkt doch alles legal und anziehend: die Branchengrößen werben in den Stadien, vor und während der Berichterstattung, und das auch noch mit ehemaligen Ikonen des Sports. Und nicht wenige Vereine sind sogar über Sponsorenverträge eng mit den Wettanbietern verbandelt.

 

Doch immer wieder wird der Schmutz hinter der schönen Fassade sichtbar. Mysteriöse Großwetten auf Jugendspiele, erstaunliche Einsätze bei Freundschaftsspielen in Trainingslagern und der ein oder andere mittelklassige Ex-Spieler, der erwischt wird. Im Milliarden-Geschäft der Wettmafia bewegt sich mehr, als der naive Kurvensteher sich so denken mag. Sehr als Informationsquelle zu empfehlen, ist da die Dokumentation “Im Griff der Zockermafia”, die jüngst auf ARD lief. Bei Youtube über den Titel noch auffindbar - sehenswert!


Die Wette auf den Ausgang des nächsten Spiels gehört aber seit eh und je dazu. Kein Bierstand rund ums Stadion, bei dem es vor der Partie nicht heißt “Und, was tippste?”. In jedem Büro ein EM-, WM- oder BuLi-Tippspiel. Und die Kassen von Tipico, bwin etc. werden nicht allein von der Mafia gefüllt - die Wette auf das nächste Spiel begeistert Millionen Fans.

Auf Fortuna wetten?

Als Fan auf den eigenen Verein zu wetten ist mindestens schwierig. Schließlich ist man alles, nur nicht unvoreingenommen. Gegen das eigene Team zu tippen? Wer will sich schon das eigene Karma versauen, oder gar ein böses Omen heraufbeschwören? Schließlich gehen wir jede Woche hoffnungsvoll ins Stadion, um endlich die Trendwende oder den Knotenplatzer zu erleben.


Wer es trotzdem wagt, der kann sich immerhin an den Quoten der Wettanbieter orientieren. Die haben ausreichend kluge Computer (oder auch Affen), die jede Woche den wahrscheinlichsten Gewinner jeder Partie auswürfeln. Wer also abgebrüht, finanzstark und mutig genug ist, könnte der mit Fortuna reich werden?

Fortuna-Fans zahlen drauf

Wir haben einmal die tipico-Quoten der Fortuna-Spiele in dieser Saison  ausgewertet (bis einschließlich Spieltag 28). In der Hinrunde galt Fortuna da noch überwiegend als Favorit: in 9 von 17 Spielen hätte ein Sieg der Diva die niedrigere Quote gebracht (in den übrigen 8 Spielen sah tipico den Gegner im Vorteil). Das die wirklichen Ergebnisse eine völlig andere Situation beschrieben haben, ist ja bekannt.

 

Wer in der Hinrunde in jedem Spiel 10€ auf unser Team gesetzt hätte, der wäre böse auf die Nase gefallen: 170€ eingesetzt und nur 118,50€ ausgezahlt bekommen. Wer im gleichen Zeitraum auf den Gegner getippt hätte, der wäre mit 212,20€ rausgekommen. Der Gewinn hätte immerhin für zwei gute Kästen Bier gereicht.

 

In der Rückrunde fanden dann auch die lustigen Turbulenzen am Flinger Broich Einzug in die Quoten: Fortuna stand in 11 Spielen nur zweimal als Favorit auf dem Zettel. Mit insgesamt 110€ Einsatz hätte man beim Tipp auf Rot-Weiß wieder Verlust gemacht. Gerade einmal 72€ hätte es zurück gegeben. Mit vollem Einsatz auf den Gegner wäre man auf eine Auszahlung von 171€ gekommen, abzüglich Einsatz also ein Gewinn von 61€. Davon kann man dann schon zu zweit essen gehen.

Rechenspiele

Insgesamt gab es in dieser Saison nur zwei erfolgversprechende Taktiken: auf Fortunas Gegner zu setzen, oder auf den jeweiligen Quoten-Favorit. In beiden Fällen wäre man mit Gewinn aus der Sache gekommen. Betrüblich ist, daß man das meiste Geld mit konsequenter Wette gegen Fortuna gewonnen hätte: 383,20€ bei 280€ Einsatz. Das haben nicht einmal die Quoten-Ausrechner vorhergesehen.


Und was macht nun der Fan der launischen Diva am besten mit seinem Geld? Er legt es idealerweise in Bier, Eintrittskarten und in fußballfremdes Kontrastprogramm an. Reich werden mit Fortuna geht gerade nicht so richtig...

 

Beim Einsatz von 10€ pro Spiel = 280€... Auszahlung Gewinn
...auf Sieg Fortuna  190,50 € -89,50 €
...auf Sieg des Gegners 383,20 € +103,20 €
...auf den Favoriten (nach Quote) 325,70 € +45,70 €
...auf die Heimmannschaft 276,70 € -3,30 €
...auf die Auswärtsmannschaft 287,00 € +7,00 €
...auf Unentschieden 230,00 € -50,00 €

Insgesamt gab es in dieser Saison nur zwei erfolgversprechende Taktiken: auf Fortunas Gegner zu setzen, oder auf den jeweiligen Quoten-Favorit. In beiden Fällen wäre man mit Gewinn aus der Sache gekommen. Betrüblich ist, daß man das meiste Geld mit konsequenter Wette gegen Fortuna gewonnen hätte: 383,20€ bei 280€ Einsatz. Das haben nicht einmal die Quoten-Ausrechner vorhergesehen.


Und was macht nun der Fan der launischen Diva am besten mit seinem Geld? Er legt es idealerweise in Bier, Eintrittskarten und in fußballfremdes Kontrastprogramm an. Reich werden mit Fortuna geht gerade nicht so richtig...