Abstiegsangst: Was jetzt zu tun ist (und was nicht)

Es schien monatelang eher undenkbar. Abstieg? Dafür ist der Kader zu stark. Abstieg? Dafür ist das Umfeld zu gut. Abstieg? Dafür ist doch zu viel Geld da. Abstieg? MSV, 1860 und Paderborn kriegen doch nie im Leben die Kurve.

Und nun regiert die Angst. 1860 kann doch Spiele gewinnen. Paderborn beendet das Schauspiel Effenberg. Und der Düsseldorfer Erstliga-Kader stolpert die Leiter hinunter auf Platz 16. Besserung noch nicht in Sicht.

Karneval im März

Was nach dem Überraschungssieg in Freiburg noch haltlose Euphorie war, schlägt jetzt in tiefe Depression um. Der Express wünscht sich Michael Liendl zurück und sieht in Sandhausen schon das Endspiel für Marco Kurz. Die RP hadert nicht weniger mit der Lage (“Es hapert an allen Ecken und Enden”) sieht aber auch, daß der nächste Trainerwechsel wohl nicht die Lösung sein kann.

Und das Publikum schwankt zwischen Spott und Resignation. Wie tief wir alle gesunken sind, kann man am PR-Coup einer Hafen-Disco erkennen. Ganz “fürsorglich” wird da ein Hausverbot für Fortuna-Spieler ausgesprochen, damit es auf dem Platz wieder klappt. Wer jetzt noch das Potential eines schlafenden Riesen in Düsseldorf ausmacht, der verkennt, daß wir schon wieder die Lachnummer der Liga sind.

Irgendjemand muss doch jetzt irgendwie irgendwas machen!

Also was wäre nun zu tun? Man könnte Spieler aussortieren (hat Pohjanpalo schon selbst gemacht) und direkt die 2. Mannschaft spielen lassen (angeblich alle heiß). Man könnte mal wieder den Trainer wechseln (hat die letzten sechs Versuche auch nicht funktioniert) oder direkt den Sportdirektor vom Hof jagen (8 Monate im Amt, aber auch schon an allem Schuld). Man könnte den Vorstand entlassen (haben wir aber gerade keinen) und für Trubel im Aufsichtsrat sorgen (schon erledigt).

 

Hauptsache es passiert etwas, denn Aktionismus hat uns ja schon in den letzten drei Saisons mehr und mehr in die Krise gebracht. Vielen geht es nach wie vor nicht schnell genug mit dem "jetzt muss gehandelt werden". Doch über den Punkt sind wir gerade jetzt schon hinaus. Bei noch neun Spieltagen bleibt keine Zeit für bahnbrechende Änderungen. Es gilt sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen. Mit dem vorhandenen Material: mit dem Sportdirektor, dem Vorstand, dem Trainer und dem Kader - und auch mit den Fans.

Wir haben es in der Hand

Was hilft dann noch? Es geht um unsere Mannschaft, um unseren Verein. Es geht um die Frage, ob wir im nächsten Jahr in der 2. Liga weitermachen dürfen - oder ob durch einen Abstieg sich alles dramatisch verändert.

Dritte Liga wäre nicht nur sportlich ein Abstieg, auch finanziell würde der Verein viel auf der Strecke lassen. Der Kader müsste komplett neu aufgestellt werden, der 2. Mannschaft droht der Zwangsabstieg.

 

Jetzt können nur noch wir Fans helfen. Unbedingte Unterstützung, Support bis zum letzten Mann. Es geht um unsere Freizeit und unser Vergnügen. Es geht um Bochum oder Sonnenhof-Großaspach. Ein erstes Zeichen ist gesetzt und in diese Richtung muss es gehen. Wir dürfen uns unser Spiel nicht aus der Hand nehmen lassen, auch wenn das heißt, wieder einmal in Vorlage gehen zu müssen.

 

Auch wenn es oft Phrasen sind: “zusammenrücken”, “gemeinsam alles geben”, “Schulterschluss” - das sind die Reserven, die wir nun aktivieren können und müssen. Zuversicht und positive Stimmung sind die Basis, auf der man Abstiegskämpfe gewinnen kann. Die Mannschaft hat an ihrer Einstellung gearbeitet, wir Fans haben es wohlwollend zur Kenntnis genommen. Gehen wir also gemeinsam das nächste Stück des Weges und wachsen über uns hinaus.

 

Am Ende will wenigstens ich selbst alles getan haben, um in der 2. Liga zu bleiben.

 

Packen wir es an!