95 bei 60: die Diva ist leider zurück

Wenn es Dinge gibt, die sicher sind, dann unter anderem, daß die Glücksgöttin in den entscheidenden Momenten bei unserer Mannschaft gerne mal einnickt. Und so war das Ergebnis am Wochenende leider fast vorhersehbar.

 

Wähnten Kommentatoren, der übliche Teil des Facebook-Mobs und auch der ein oder andere Spieler die Fortuna bereits im Aufwärtstrend, schien die Aufgabe am 23. Spieltag leicht. 1860 München mit dem Rücken zur Wand: 15 Punkte erst, Abstiegsplatz und eine Vereinsführung, die sich die Autoren der nachmittäglichen Trash-Shows im Privatfernsehen nicht hätten ausdenken können.


Die rot-weißen dagegen mit dem Rückenwind von vier Punkten aus den zwei Spielen gegen die Tabellenspitze in Form von Freiburg und Nürnberg. Selbstvertrauen, Kampfgeist und stabile Defensive im Gepäck.

Ehrfurcht in der Allianz-Arena?

Im Gepäck? Vielleicht. Aber auf dem Rasen in der Allianz-Arena? Da stolperte man schon in den ersten 15 Minuten hilflos über den gepflegten Rasen, wohl den Düsseldorfer Acker vermissend. 1860 durfte sich Bestätigung im munteren Einschießen holen und hätte mit etwas mehr Glück bereits 4:0 führen können.


Und so kam, was die Pessimisten befürchtet hatten: Fehler um Fehler, glücklose Auftritte von Julian Koch und Christian Strohdieck - und ein 2:0 Rückstand. Die Mannschaft hatte mit Nachlässigkeit eine Halbzeit verschenkt, zog dann zwar an - aber verlor schlussendlich 3:2. Das der entscheidende Elfmeter durch Pohjanpalo verursacht und durch Michael Liendl verwandelt wurde: Randnotiz.

Was bleibt?

Der Pessimist sieht nach wie vor eine instabile Mannschaft, die es kaum schafft durchgehend 90 Minuten konzentriert zu bleiben. Individuelle Fehler und Unsicherheitsfaktoren bestimmen die Ergebnisse. Und die Offensive hat nach wie vor kaum nennswerte Chancen.

Der Optimist sieht nach wie vor Kampfgeist in einer Mannschaft, die immerhin den Rückstand wieder aufgeholt hatte. Eine bessere Chancenverwertung gibt Mut: 4 Schüsse, 2 Tore.

 

Es bleibt dabei: der Abstiegskampf geht bis zum letzten Spieltag weiter - und Fortuna wird auch bis zum Ende dabei sein. Nichts wird einfach oder einfacher. Marco Kurz hat die berühmten Tugenden in das Team zurückgebracht, aber es ist immer noch ein bejammernswertes spielerisches Niveau.

Die kommende Woche bringt zwei Heimspiele und neue Chancen. Es muss einem nicht Angst und Bange werden angesichts des Rückschlags in München - es muss aber noch ein weites Stück Weg zurückgelegt werden.