F95: Aufstiegsfeier in Gefahr?

Die grandiose, ach was: die unglaubliche Fortuna hat einen mit einer unvorstellbar fantastischen Leistung, geplant vom Trainer-Genie Marco Kurz, den Tabellenzweiten vom Platz gefegt und marschiert nun stramm Richtung Bundesliga! Die Weltpresse im Rheinland ist sich einig: wenn es ein Team nach ganz oben schafft, dann dieses! In der nächsten Saison wird endlich wieder gegen die großen Namen im deutschen Fußball gespielt: Ingolstadt, Augsburg, Wolfsburg, vielleicht auch noch Hoffenheim.

 

Äh, Moment... Sind wir nicht vor zwei Wochen noch dem Abgrund 3. Liga entgegengetaumelt? Mit einer blutleeren Truppe und dem dritten Trainer in nur 20 Spieltagen? Man kann sich da vielleicht dunkel an irgendetwas erinnern.

Dem Rheinländer wohnt ja eine ordentliche Portion Emotionalität inne. Dies führt einerseits zu überschwänglichen Freudenausbrüchen und hemmungsloser Gelassenheit zu größeren und kleineren Anlässen - aber auch zu ins depressive neigenden Phasen, wenn es mal nicht so rosig aussieht. Man kann in unserer Region mit dieser manischen Art gut leben, weil man sich einen moralisch-ethischen Unterbau aus den Grundregeln "Et kütt wie et kütt" und "Et hätt noch immer joht jegange" gebastelt hat.

 

Und so hat dann auch die Stimmung nach dem Sieg in Freiburg etwas Manisches. Aus Versagern wurden über Nacht Helden. Paul Jäger ließ sich im Freudentaumel zum Statement "Die Mannschaft ist gut genug für einen einstelligen Tabellenplatz" hinreißen - was man ihm freundlich noch als Motivation, denn als Anforderung auslegen mag.

 

Bei Express und Rheinischer Post wurde diese Woche munter aus allen Euphorie-Kanonen gefeuert:

QUELLEN: Screenshots express.de & rp-online.de

Wichtig is' auf'm Platz

Nach dem nun am Wochenende dann die Konkurrenten auf München, Duisburg und Paderborn auch nur mäßig erfolgreich waren, könnte also die Ausgangslage kaum besser sein. Oder etwa nicht?

Der langjährige Fortuna-Anhänger dürfte kaum schlafen können - denn genau dies sind die Momente, in denen die "launische Diva" gerne zurückschlägt.

 

Mit Nürnberg kommt ein offensivstarker Gegner, was erneut eine sehr ordentliche Defensivarbeit erfordern wird. Ob man hier ähnlich wie beim Auswärtsspiel den Ball hergeben und die Franken das Spiel machen lassen kann, wird sich zeigen.

Auf den Tugenden, die die Mannschaft in Freiburg gezeigt hat, muss man aufbauen. In Jube auszubrechen besteht aber noch kein Anlass - wie Marco Kurz dann diese Woche richtig sagte: an unserem Ziel, Klassenerhalt, hat sich nichts geändert.