HimmelhochjauchzendzuTodebetrübt

Ich nehme mich ja selbst nicht raus. Ich bin ja auch ein Klugscheißer. Ich wußte und weiß es irgendwie doch alles immer besser. Ich habe zur Fortuna immer eine klare Meinung und sehe glaube ich alles immer sehr realistisch und schätze die Situation klar ein. Meiers Zeit war vorbei (ja, das stimmt), Büskens war der Falsche, Olli (sorry) ist ein lieber Dümmling und Kramer passte nicht.

 

Und doch, ja, ich erwische mich dabei wie ich einknicke. Wie ich mich immer wieder vom positiven Gefühl überzeugen lasse.  Meistens erst wenn ich im Stadion sitze. Oder vielleicht kurz davor. Dann bin ich Fortune. Dann blende ich alles aus und sehe das Gute. Dieses Gefühl begleitet mich seit ich Fortune bin. Damals 1985 als kleiner Knirps. Da gabs in der roten Schüssel immer auf die Eier. Und doch freute ich mich auf das Spiel mit 2.000 Leidensgenossen. Das wird was. Heute schlagen wir mit Gerd Zewe den HSV.

 

Ja, und ich hatte dieses Gefühl auch beim Bundesliga-Abstieg in Hannover. Ich war überzeugt, dass wir das packen. Ich saß im Stadion und hatte ein Supergefühl. Bolly ist der Beste auf dem Platz. Der macht das schon. Ja und für Hannover ging es ja um nix. Hätte mich jemand geschüttelt, wäre ich wohl aufgewacht. "Hey du Trottel, das da ist ein Drecksteam. Die Luft ist raus. Die steigen heute ab." Aber nein. Das sahe ich nicht. Ich war wie immer bei Fortuna. Vielleicht ist es daher immer so deprimierend. In Hamburg, in Frankfurt, in Heidenheim, auf St. Pauli. Immer das gleiche. Aber vielleicht ist es auch genau diese Liebe, die sich mir da zeigt. Ich kann Fortuna unter der Woche nicht sehen und lesen und dann kommt das nächste Heimspiel gegen Heidenheim. Fragt mich jetzt nicht nach Marco Kurz, Mike van Duinen und ja, Mathis Bolly. Aber am Spieltag, da schwärme ich von den Herren und freue mich bei Spielbeginn auf ein gepflegtes 3:0.